24.06.2019

RDHF 2019 - Nahtoderfahrung in den Ardennen

Meine Herren, es ist vollbracht. Der Raid des Hautes Fagnes kur RDHF ist Geschichte. Was für ein Rennen ! Es wird nicht umsonst als eines der härtesten MTB Rennen in Europa tituliert, aber dazu später mehr.


Getroffen haben sich am frühen Sonntag morgen der Robinator, DasLangeElend, Trailopa, Baronin zu Kurbelquäl, Endurist Matze ( Ein Kumpel von Jörg und Bine aus dem 24h Team ) und die Killerplautze. Schon am Start merkten wir das die drei Tanzbären  ( Robinator, Trailopa und Killerplautze ) wohl in der Adipösenklasse alleine an den Start gehen würden. Alles ausgemergelte Tretaschinen zogen ihre extrapolierten Carbonflitzer aus den Autos.

Die Sonne brutzelte schon am Start bei geschmeidigen 18°C dem ein oder anderen die Hirse weg. Wir stellten uns in den Block, in unseren Block. Direkt hinter den Lizenzfahrern ...aber ganz am Ende wollen ja keinen behindern ;) PUFF ...dann gings auch schon los. Erstmal hinauf ... hinauf und hinauf ...da weiss man direkt wo man dran ist hier in den Ardennen. In die erste Abfahrt stürzte sich zuallererst DasLangeElend, dahinter Robinator und dann die Killerplautze. Wildes Liniensuchen beim überholen der belgischen Spazierstöcke ( die können meist nur rauf ) hatte zur folge das ich mir gleich das grösste Schlammloch zwischen Nordsee und Alpen zur Durchquerung aussuchte. Konsistenz: Creme Brülle ... Geruch ....Kamel Dung ! Meine Herren direkt mal nach 3km geteert und gefedert...fein fein :))



Es ging auf und nieder immer wieder. Was die einem hier vor den Latz knallen wird man in Deutschland nicht finden denke ich. Zwei unfahrbare Anstiege die so steil waren das selbst schieben zur Tortour wurde. Keine Zeit zur Erholung selbst die Abfahrten fordern. Über Holzstege im Venn, über ausgesetzte Trails wo man besser nicht runterpurzelt, über Paletten und durch den Bikepark hier wird einem alles Geboten was man für einen entspannten Sonntag Nachmittag braucht :)




Irgendwann bekam unsere Dampflok Jörg Magenprobleme. Es lief nicht mehr Rund. Bevor es zu Eskalation kam entschied er sich die Strecke zu verlassen und erstmal eine heilende Toilette aufzusuchen. Diese fand er im Mont Rigi, nach Druckentlastung ging es ihm schon wesentlich besser. Man munkelt die Kläranlage in Malmedy ist kaputt ;) Danach konnte er sogar noch den Rest der Strecke abfahren hatte jedoch aufgrund des verlassens der Strecke ein DNF zur folge. 



DasLangeElend quälte irgendwann vor Verpflegung 3 auch die Übelkeit. Die Sonne, die Anstrengung gepaart mit warmen Isogesöff liess ihm fast das ein oder andere aus dem Gesicht fallen. Nach einer halben Stunde Rekonvaleszens ging`s ihm wohl besser aber er entschied sich dennoch auf Teer zurück nach Malmedy zu rollen was dann auch schnell erledigt war.

Baronin zu Kurbelquäl und Matze tankten sich auch durch, gestartet einen Block hinter uns erlebten auch sie die Freuden der Ardenennen. Diese Freuden fanden ihren Höhepunkt nach Verpflegung No.3. Der Ufertrail am See war ja noch geschmeidig, einer von diesen getarnten Rennradfahrern machte vor mir nen Abflug ins kühle Nass, sehr lustig. Dann kamen "die Wellen des Warchetals". Auf der Höhe schickte man uns bestimmt 5-6mal hinab in Richtung  Warchetal um uns dann wieder hinauf zu schicken. Zermürbend. "Hardcore" wie die Baronin es später bezeichnen sollte. Aber so kurz vor dem Ziel ...(es waren ja nur noch 500hm :)) ) wurd nicht aufgegeben. 



Tunnelblick und durch. Zwischendrin musste der Robinator mal den "Herabschauenden Hund" praktizieren. Ganz im Köterstyle drückte er seine Wadenkrämpfe weg. Tapfer der Mann. Endlich das dicke Kanalrohr. Ich meine eine deutliche Ausbuchtung von Trailopas hinterlassenschaften am der Rohrwandung erkannt zu haben ;) Das Rohr bedeutet: Malmedy in der Nähe. Denkste ! Nochmal ne üble Turnerei, dann einen altbekannten herrlichen Trail hinab nach Malmedy, ein wenig ZickZack durch den Ort und dann nochmal diese ganzen scheiss Berg von ganz am Anfang hinauf ... Alter Schwede ! Fertig wie ein Brötchen schafften wir auch das noch. Wie in Trance glitten wir die Abfahrt hinab, gefolgt von zwei drei Gegenanstiegen die wir irgendwei mit unsern Lakritzstangen aka Beinen noch schafften. Der Abschlusstrail war nochmal allerfeinst, wäre da nicht wieder son getarnter Rennradfahrer mit Oberrohr Sitztechnik gewesen, man hätte es hier gut laufen lassen können

Achso Pannen hatten wir auch jaja. Erst sprengte der Robinator im jugendlichen Fahrstil seinen Hinterreifen weg dann sprengte der Hubinator fast seine trocken gelaufene Kette weg, war aber nur verklemmt. 



Nach etwas mehr als 6h, rollten der Robinator und Killerplautze dann freudenstrahlend ins Ziel ! Die Leute jubelten ihnen zu .... oder doch nicht ? Die Siegerehrung der 115er Jungs fand schon statt. Egal wir hatten gewonnen .. je genau wir hier ... und zwar in der Adipösen Klasse ;)
20 Minuten später trudelte die Baronin zu Kurbelquäl ins Ziel. Die Tränen vor Freude konnte sie sich gerade noch so verkneifen, O-Ton "Das mache ich nie wieder, da ist ein 24h Rennen Kinderkram gegen" ... eine echtes Zeugnis wahrer Freude. Kurze Zeit später traf auch Matze freudenstrahlend wieder ein. Auch er hatte seine ganz persönlichen Erfahrungen mit dem belgischen Wurzelrisotto gemacht.


Am Ende waren alle wohlbehalten wieder im Ziel und das ist a) nicht immer slebstverständlich und b) das wichtigste. Chancen sich weh zu tun gibts hier genug, ein bisschen hab ichs geschafft beim Versuch diese Relikte aus der Urzeit, ich glaube man nennt sie Fatbikes, zu umkurven. Ganz böses Männeraua ;) Egal ... geschafft ! Was für ein Brocken. Meinen absoluten Respekt für die Jungs auf der 90er und 115er Strecke. Wenn man dann noch sieht mit welcher Geschwindigkeit die an einem vorbei ziehen ... RESPEKT !!! Der erste auf unsere Runde war übrigens 3:27h vor uns im Ziel ... alter Schwede was für Tiere .. Geil ! In diesem Sinne machte ich dann Abends schon beim zu Bett bringen der Kinder das Murmeltier ... Herrlich der Schlaf der Gerechten hatte mich übermannt :))
 #Kurzstrecke
 

19.06.2019

Tauwetter für Dicke im Kalltal

So heute hab ich nochmal frei. Alter Urlaub muss wech ! Da hab ich doch tatsächlich  noch ne unbekannte gestrichelte Linie im Kalltal gesehen ? Da muss ich hin ! Da dreh ich ja durch wenn ich sowas sehe ...

 Normal nutzen viele MTBler das Kalltal als Durchgangsstation. Schon vor dem Bikepark Hürtgenwald in Simonskall lohnte es sich aber immer mal links und rechts die Flanken hinauf zu fahren. Zum einen wegen unendlich viel Panööma zum anderen gibbs da hier und da lecker Pfädchen.

Der Wetterbericht prognostizierte über 30°C für den Tag. Da muss man halt mal Frühschicht machen. Aber selbst als ich um 7 Uhr in Zerkall das Bike aus dem Kofferaum zog warens schon 21°C. Boäh ! Also Funktionsshört aus nur Triköter drüber und los geht`s.

Von der Rur erstmal rüber zur Kall. Moins um 7Uhr an der Kall, hier ist die Welt noch in Ordnung. Fuchs und Hase sagen sich noch gute Nacht, die Nachtschicht ist beendet.Die Frühschicht kommt zur Ablöse



Nach dem einrollen kam die Arbeit ! Erstmal auf die Höhe nach Harscheidt. Dort sollte es ein erstes Trailchen geben ... denkste hier wütet um kurz vor Acht schon der Harvester ! Egal gibt paar Meter weiter noch paar Trailchen.

Um die Ecke gibbs den Schmugglerpfad. Der führt fast direkt durch die Gärten hinunter ins Kalltal. Einfach zu fahren aber auch spassig

Hier gibs quasi einen Homeyardtrail, überall wohnen Fabio Wibmers heutzutage :) Habs mal getestet, hält 0,1 t ;)


Ausblicke gibbs hier ... Herrlich !

Dann spuckt mich dem Trail wieder an der Kall bei die Pääd aus

Ich dämmel wieder an der Kall lang so ...ruck zuck stehe ich vor der Mestrenger Mühle. Noch zu ! Kein Kaffee ;) Also hinauf. Bis fast Kommerscheid oder wie dat heisst. Auf halber Strecke jedoch da bog ich ein ... in diese gestrichelte Linie. Das war mal ein feines Trailchen. Mit allem was das Herz begehrt. Absätze, Steine, Wurzeln, mal steiler, mal eckig zackig mal gerade und schnell. Herrlich ! Davon brauchen wir mehr hier. Zwei Drops gabs auch, waren mir aber zu gross zum lutschen ;)


Nach diesem feinen Schmankerl war ich drin ..... nicht lange den wenig später kreuzte wieder Herr Harvester mit seinem gefrässigen Sägemaul auf. Dem ist ein lecker Trailchen zum Opfer gefallen. Bin ich zwofuffzehn das letzte mal mit dem Adlerhorst gefahren. Gibbs nich mehr. Ziehe ich weiter.  Denkste ! der geplante Anstieg nach Vossenack war auch von Herr Harvester gesperrt worden. Menno ! Also Plan B ... poah Eh ! Das war mal so richtig steil. Einfach gerade hoch über Wiese. Bevor ich ganz weggeschmolzen war schaffte ich es aber bis ganz oben, wenn auch leicht durchfeuchtet

Wen man also schonmal in Vossenack ist .... dann weiss eigentlich jeder was man hier ansteuert ... na ? ... klar ! den ....

Da ich Verantwortung für Familie hab und mich nicht gleich an Ort und Stelle umbringen wollte wählte ich die Flowline. Eigentlich hat der Park zu, eigentlich .. ich hab auch nix kaputt gemacht ... ich schwör !

Hier musste ich erstmal guckn ... war dann auch gar nicht so schlimm ... lief gut da runter !

Schon recht spassig sone Abfahrt im Park. Aber immer will ich das auch nicht machen wollen. Egal ... wieder hinauf. Tauwetter für Dicke ... volles Rohr ... ich schmilze dahin. Schnell habe ich auf der Strasse jedoch an Höhe gewonnen und biege wieder in den Wald ab. Dort suchte ich eine weiter unbekannte Linie auf. Un meine Trailnase liess mich auch diesmal nicht im Stich. Meine Herren was haben die hier eine Linie in den Wald gezimmert ... Endgail ! Bonkertrail vom feinsten. Jaja so ist das ...neben Bikeparks entstehen so gut wie nie neue Trails ;)

Total geflasht von diesem herrlichen Teil rollte ich wieder gen Simonskall. Bisschen hinauf und schnappte ich mir die altbekannten Trails auf der "Nicht-Bikepark-Seite". Das ging schnell und flowig, keine Bilder wollte geniessen ;) Dunkle Wolken zogen auf ... das wird doch nicht ?
Schnell rüber zur Mestrenger Mühle. Das kleine Waalwegelchen mitgenommen und dann ... stand ich vor verschlossener Türe. Wegen Renovierung geschlossen. Menno !


Nagut dann weiter ... hinauf nochmal nach Kommerscheid. Über die Brücke des Gedenkens

Letzter Hubbel ! Ding Ding Ding !  Ob die Amis ihren alten Schrott mal irgendwann wegräumen ? 
Alte Sherman-Panzerkette aus WW2 Schlacht im Hürtgenwald

Dann war ich oben ... hier auch Panööma ohne Ende

So ... oben ... schnell schnell rüber zum Träääl ! Doch dann ... eine herbe Enttäuschung. Der letzte Trail des Tages ist doch tatsächlich fest in Natzionalpark-Hand ... Menno .. jetzt musste ich das ganze Dingen runterschieben. Wenns nicht läuft dann läufts halt nicht !

Unten war ich wie auch immer dann im Kalltal. Dort liess ich es nur noch ausrollen

Krass Fettes Teil die Runde ... geile Trails ... geile Landschaft .. . mit gut 1250hm gut was für de Keulen .. nur das Tauwetter .... egal 2kg Wasser verloren .. bringt auch 7,5W auffe Kurbel ;)))
Kalltal kann was !


15.06.2019

Bei die Ränschahs bei ...

Am Wochenende steht ein dicker roter Balken im Kalender. Frau muss arbeiten, da muss man sehen wie man sein Wochenendtoürschjen hinbekommt. Aber das Wochenende fängt ja im Prinzip schon Freitachs an ... da geht also was ;) 

Diesmal ging`s ins Ränschahland. Da wo all die Schilder stehen "Biken hier besonders schön". Falls ich einen Ränschah sehe habe ich mir was feines zum füttern eingepackt:



Dann gings los ... in Rabbitfield. Schon bald konnte man die nachhaltige Forstwirtschaft sehen die hier oben betrieben wird ... ja die machen keine halben Sachen da wird mal Fußballplatz gross abgeholzt !


Schnell hatte ich den ersten Hubbel erklommen, die Trailmeuchelei konnte beginnen


Das war zum warmfahren genau richtig, also nochmal hoch und die lange Variante genommen. EInfach herrliches Panöma hier !


Unten erstmal rechts rum zum grossen Wasser. Lieblicher Weg. Diesen kann und sollte man nur in der Woche und selbst dann nur abends oder früh morgens befahren ....wenn denn dann !

Das nächste Pfädchen ist fahrtechnisch eher ein einfaches. Man sollte dennoch keinen Fehler machen denn sonst Plumpst man 5m tiefer ins Staubecken. Danke Jörg für die Idee das mal anders rum zu fahren ist sehr spassig ;)

So dann musste ich bächtig hinauf. Gute 300hm musten gemacht werden. IM Zwischenstück kam ich an so komischen Schildern vorbei. Hier kann man gut erkennen was so Verbotsschilder bringen. Nix ! Statt auf Gegenseitigen Respekt zu setzen verbietet man hier mal grossflächig alles. Cyclists ..you are not welcome ! Klasse son Natzionalpark, am besten ihr macht ne 7m hohe Mauer komplett drum und lasst keinen mehr rein.

Was will man auch hier kaputt machen oder stören ?

Genuch uffgerecht. Weiter ... zum schönsten Aussichtspunkt hier rum, kennt man ja hinlänglich

Ganz in der Nähe gibbs auch ein liebliches Pfädchen. Das macht Spass. Bilder natürlich alle nur gestellt.


Unten war ich wieder am grossen See. Herrlich so bei Sonne und 26°C ... kommt man sich vor wie im Urlaub

Auf dem Weg zum nächsten Hubbel lieferte ich mir ein Rennen mit der MS Aachen

Ich hatte nun zwei Optionen. a) Berg für Männer mit Muskeln und b) .... ich nehme B B B B :))
Ok die Luschenvariante führt seicht über Teer hinauf. Zwischendrin immer wieder herrlicher Blick auf den Lago. Aber es waren immerhin auch wieder fast 200hm.

Wer lang hat kann lang ....

Nächstes Pfädchen auch ein feines. Leider viel zu schnell unten, weil nur gerade runter. Da schiebt es sich halt schneller ;)


Unten wieder am See. Herrlich hier oder ?

Wieder hinauf. Wieder so ein langer gemächlicher Aufstieg. Der letzte sollte es sein. Es folgt das grosse Finale. Ein bisschen geplänkel links und rechts neben der Moppedrennpiste ....


... vorbei am Kloster. Die Mönche sind ausgezogen. Zu alt und zu wenige. Äääätzezupp gibbs aber immer noch hier. Heute nicht, brauche keinen Methanantrieb geht nur noch nach unten ;)

Dann bin ich am Eifelblick der Eifelblicke .... 5.Mio mal schon fotografiert .. egal ich mach noch eins ... oder zwei !



Der folgende Pfad ist technisch schon etwas fordernd. Stufen mit Serpentinen, Kurven mit Stufen, Stufen gerade aus, Stufen ganz eng verwinkelt, usw usw usw


Toll war das. Ein Klasse Gegend. Schade das die hier mit ihrem Natzionalparkgehabe so durchdrehen, aber die breite Masse findets ja toll. Übrigends auf 40km und einigen Wanderern nicht einmal Stress mit selbigen gehabt. Begegnet man sich freundlich und mit Respekt geht alles, in der kleinsten Schuhkiste. Aber so ist der Deutsche halt ... lieber mal Pauschal was verbieten statt auf so weiche Fakten wie Respekt zu setzen. Schade, eigentlich sind wir doch alle ganz nett .... oder ?