13.08.2026

Trois Ponts - Endurotrails

Wenn irgendwer was von Ednurotrails in den Ardennen redet denken die meisten direkt an Spa oder Remouchamps. Wohl zurecht gut bekannte Trailparks. Es gibt jedoch noch eine Trailperle gar nicht weit weg davon. Auch wenn es nichx ofizielles ist so findet man dort einiges an wildem Zeuchs. In den gängigen Karten findet man davon kaum was, bedient man sich jedoch der gängigen Portale so findet man doch einiges. Die Tour hatte ich schon lange auf der Platte, irgendwann mal was bei Youtube gesehen und dann die Trailschnüffelnase angeworfen. Heraus kam ein sehr feines Ründchen in den Ardennen. Was jedoch auch echt fordernd ist, in dem Teil der Ardennen ist halt alles irgendwie steil, rauf wie runter.
 



Los gings morgens um 7 Uhr. Auf dem Parkplatz musst ich kurz an die ehemaligen Mitfahrer denken. Das wäre wahrscheinlich aufs gleiche rausgekommen, das ich alleine am Parkplatz stehe. So früh hätte ich nie jemand bewegen können. Das hätte mit sicherheit nur gelächter und gemecker gegeben. Deswegen habe ich sowas früher immer gelassen, habs jedem Mundgerecht serviert ... naja auch egal jetzt, scheiss drauf !


Direkt hinterm Parkplatz fliesst die Salm in die Ambleve. Schön hier ! Am Ruseau de Baleur gehts hoch. Satte 250hm oder so. Aber es sind noch erfrischende 12°C, da geht das. Ich gehs gemütlich an, eigentlich wie immer. Im Rentnerblatt machen die zweistelligen Prozente noch nicht so viel aus. Es endet erst oben hinter Brume bei den Speicherseen. Ab hier beginnt der Spass. Vom Mnt.St.Vicktor gehts den Pfad runter. Erst mit Panorama auf den stausee unten in Coo dann wird es ruppiger und wurzeliger. Ricjtig gut der Pfad. Ich lande hinter nem grossen Zaun. Auf dessen anderer Seite stehen mir 6-8 Wölfe gegenüber. Erst stutze ich, ob der Zaun irgendwo endet. Dan erinner ich mich das es hier einen Wildpark gibt. Puh, das wäre sicher unangenehm denen so einfach gegenüber zu stehen. Die schienen auch gefallen an mir zu haben, klar wär schon ein fettes Frühstück.



Es geht weiter trailig runter bis an die Ambleve zurück. Das letzte Stück fast im Blindflug. Das war so mit kleinen Birken zugewachsen was man den Boden kaum noch erkennen konnte. Egal, laufen lassen. Unten gehts unterm Eisenbahnviadukt zurück nach Coo. Im Adventurepark laufen die Mitarbeiter ein und glotzen was fürn Horst hier schon mit dem Rad rumeiert. Bin schnell weg, geht wieder rauf. Wieder satte 220hm auf den Cornellemont. Von da gehen zwei Linien wieder runter zur Ambleve. Also rann an die erste. Recht einfach gehts los. Dann kommen hier und da paar Felsen. Dann kommt ein etwas dickerer Fels, da muss man sogar mal drüber. Das ist aber auch die einzige tricky Stelle auf dem Trail. Der Rest ist das übliche Wurzel und Stein gehacke. War trotzdem Spassig.  Also zuckel ich für No.2 nochmal nach oben.



Der ist schon etwas kerniger. Fängt auch einfach an ist aber insgesamt etwas ruppiger. Aber alles gut fahrbar. Sind auch paar Haken drin, macht Laune. Unten gehts über Roanne wieder hoch. Boah wasn Brett. Da gehts hoch bis zum Hausberg Les Montis, aber wie ! Das war Ü25%. Da war aber Atmen angesagt ! Das konnte ich auch erst oben wieder einstellen, den die Aussicht von der Paraglider Schanze auf den Stausee war echt atemberaubend. Geile Gegend echt. Das ist halt der vorteil wenn man sich sone Tour selber zusammenstellt, da kann man auch mal Panorama einbauen und muss nicht permanent im grünen Blätterdach rumquirlen.



Es geht abwärts. Vorbei an der Seilbahn gehts in Serpentinen runter. Da war ich zuerst skeptisch ob der wegen der Seibahn nicht zu überlaufen ist, hatte mir sogar schon Alternative zurecht gelegt. War aber 0,0 los da. 99,9% fahren mit der Seilbahn hoch, glotzen und fahren wieder runter. Unglaublich. Oder besser gut so, denn der Trail war richtig fein. Fette Steine, enge Passagen, Spitzkehren alles was man so braucht. Top ! Nur die Abschlusstreppe ersparte ich mir, da hatte ich muffen das ich unten in ne Leitplanke knalle. Unten drehte ich erstmal ne Ehrenrunde über die Halbinsel im Stausee. Da solls laut Komoot nen S3 geben, war aber eher S1. Gab zwar auch Seilsicherungen aber insgesamt nix wildes. Trotzdem mal ganz nett hier.



So, es geht dann nochmal hinauf. Die 1000hm sind schon längst geknackt. Im Anstieg auf Thier du Coo musst du zum Tier werden. Der verlangt nochmal alles, auch satte 25%, aber auf Teer, dann gehts ;) Mittendrin auch noch die Luft am Hinterreifen wech. Da hatte sich wohl das Tubelessventli verselbstständig. Das war ja total locker. Naja sollte man auch mal hin und wieder prüfen. Mit der Zange angezogen, uffjepump un weiter gehts. Von oben zieht sich dann ein lecker Trailchen parallel zur Strasse wieder runter. Richtig geiles gehacke durch den Mossbewachsenen Nadelwald....Einz AAA !


Aber son paar Höhenmeterchen gehen noch. Deswegen nochmal die scheiss Rampe rauf und dann aber rechts weg, ne weitere Enduro Piste runter. Auch vom feinsten. Lässt sich gut ballern, nicht all zu technisch, nur am ende da kommen paar wüste Brocken vors Vorderrad. Hier wird man auch quasi direkt auf den Ravel ausgespuckt. Der Rennradler guckt wo ich da wohl herkomme und schüttelt den Kopf. Warum ? Ist doch spassig da ! Ein letztes aufbäumen. Nochmal watt rauf und dann watt runter. AAAAlter jetzt kommts aber nochmal dicke. Schweine steil und Schweine rutschig weil knüppelharter Lehmboden auf dem nen cm Tannennadeln liegen. Alter Falter was bin ich hier geschlittert, da war mehrfach der Fuss auf dem Boden und der Hintern auf dem Hinterreifen zur Rettung. Das hätt ich jetzt nicht noch erwartet. Richtig übel.




Jetzt nochmal watt rüber und die letzten hm gekillt. Dann eier ich ne weitere Hackpiste runter. Mittlerweile ist bei 33°C die Luft raus. Muss aber auch nix mehr reissen denn ich habe fertig. Das war mal wat feines, leck mich doch am Hoker. Alles drin was es braucht, richtig gute Trails, Mega Ardennen Panorama und Sonne pur. Ok paar Grad weniger hätts am Ende haben können aber da machste wohl nix dieses Jahr. Top Tour, kommt ins Archiv unter "brauchbar"

36km / ca. 1400hm




 

 

09.08.2026

Jemönk & Uelef

Boah, da hab ich mir heute aber schön die Wade tapeziert! 😂 Das war schon ein ziemlicher Brecher für ’ne „Vormittagstour“. Das Höhenprofil sah aus wie das Sägeblatt von Opas Holzsäge – nur dass Opa damit wahrscheinlich weniger Höhenmeter gemacht hat. Aber auch jede Menge Spaß, denn jeder Zacken im Profil bedeutet schließlich auch eine Abfahrt. Für was sonst fährt man denn diese Hubbel rauf?! 😂Diesmal ging’s erst um halb Acht los. Gestern war 50er-Party angesagt, da musste ich etwas länger in mich hinein schauen. 😴 Von Kommern ging’s erstmal über den Eickser Busch. Trail an der Sommerrodelbahn und zur Waldkapelle natürlich obligatorisch – man will ja nicht gleich zu Beginn Ärger mit den Eifelgöttern bekommen. Danach ein laaaanger Anstieg auf den Kermeter bzw. Kohlweg. Angenehme 22 °C morgens um kurz nach Acht. Ein bisschen rumgekurbelt und schon kachel ich die Kaisereiche runter.
 




Ab hier wird’s fies. Fünf Hubbel auf wenigen Kilometern. Der nächste hatte es direkt ordentlich in sich. Vorbei am Altersheim – hier ist gerade Frühstückszeit und freundlich gewunken wird auch. Ich vermute allerdings, die dachten, da fährt einer vom Pflegedienst vorbei. 😜Dann geht’s mit satten 20 % und mehr hinauf zum Eulenweg. Der Trail ging dafür wieder richtig gut runter. Also: nächster Hubbel bitte! Es geht den Zungenweg rauf. Der heißt übrigens nicht so, weil selbige hier schon auf dem Boden schleift, sondern weil sich der Weg wie eine Zunge um einen Hubbel schmiegt. Der lässt sich sogar ganz gut treten und ist nicht so steil. So langsam kommen die Keulen auf Betriebstemperatur.Von Hohenfried schieße ich die Serpentinen nach Gemünd runter und sogleich wieder hinauf. Boah ey, jetzt räumts aber ! Ich schmettere den Kanzelweg hinauf, bisschen rüber nach Olef und da die Kuckucksley runner. Hier werden Höhenmeter verschlungen wie Mittwochs in der Kantine die Bollo! 🍝






Der Eifelsteig bringt mich auf den Wackenberg. Der zeigt ebenfalls ordentlich die Zähne. Da waren doch tatsächlich ein paar fiese Rampen drin. Obwohl es hier schön schattig war, musste ich dann doch mal kurz die Atmung neu sortieren. Ich glaube, ich hatte sogar einen klitzekleinen Schweißtropfen unterm Helm. Also quasi Wellness. 😂



Runter geht’s die Fullgazspiste nach Anstois. Herrlich hier im Wald! Macht heute richtig Laune. Irgendwie hab ich mittlerweile voll den Selbstgeißelungsflash. 😂 Also geißel ich mich noch ein paar Meter den Pingenweg hinauf, um nach Kall einzulaufen.Von dort folge ich weiter dem Pingenpfad bis nach Sötenich. Dazwischen natürlich noch ein Hubbel und der geniale Trail nach Süetenisch. Läuft!Jetzt geht’s ans Eingemachte. Der Anstieg nach Keldenich ist nicht zu verachten. Vorbei an der riesigen Bank geht’s trailig rüber. Vorbei am Star der Pappe geht’s zum Dotter ... ähhh Dottel! Flux rüber zum Pflugberg.Die 1500-Höhenmeter-Marke ist mittlerweile geknackt. Die Beine melden vorsichtig Bedenken an, werden aber nicht gefragt. Trailchen ins Bergschadensgebiet Mechernich und vorbei am Baltesbendener Weiher rein nach Mechernich.






Ein letztes Aufbäumen – natürlich geht’s noch auf den Knipp. Keine Tour endet in der Heimat ohne den Knip. Der heilige Berg. Pilgerstätte für alles, was irgendwie Füße auf die Kurbel fallen lassen kann. So langsam sind die Stengel allerdings ziemlich leergepumpt. Es kanttert sich nur noch so aus. Aber der Trail vom Kreuz wird natürlich trotzdem nochmal attackiert. Herrliches Gemetzel! Ein paar Brombeerranken hab ich dabei noch fachgerecht ausgerissen, die flatterten anschließend dekorativ am Lenkerende.😂 Dann schieße ich die Pizza runter und ab nach Hause, wo das Mittagessen wartet. Astrein war das! Mega Wetter, mega Trails und den Wadenakku einmal komplett leergeblasen. Die letzten Prozent wurden vermutlich schon von den Brombeeren gefressen.

So mussat Sonntachs sein! 😎🤘

64 km / 1680 hm