30.06.2016

Sölden Tag 3 - Schnitzel Eilfer Art

So ... der Samstag war gekommen. Der ursprüngliche Grund warum wir hier waren ... die Schnitzeljagd. Vom Grund her und das was man im Netz findet fand ich das ganz lustig. Man fährt viele Trails und es geht im Prinzip um die goldenen Ananas ... bzw. hier halt ums goldene Schnitzel. Alles nicht so ganz Ernst. Von Testosteron geschwängerten Spandex Helden habe ich in den Marathons die ich gefahren bin die Schnauze voll, von daher sollts diesmal lässig voran gehen. Pünktlich um 9 Uhr lifteten wir also auf den Geislachkogel, 3058m ü.N.N .... was für ein Blick. Zwar momentan nicht ganz so strahlend blauer Himmel da sich von Italien her Wolken nährten aber immer noch ein gigantischer Blick. Oben wartete schon ein buntes Potpourie von Bikern. Alles vom feinsten, ich glaube ich war mit meinem Radon Slide in der "Baumarkstbike Klasse" unterwegs. Kaum jemand mit weniger als 160mm und auch kaum jemand ohne Hipsterbart ... zumindest unter den Männlichen teilnehmern ;)

Panorama am Gaislachkogel
Starter Paket
Irgendwann erhielten wir dann unseren Schnitzelpass, hier waren die Stationen verzeichnet die wir anfahren mussten. Bei dem Event bekommt man halt eine Karte in die Hand gedrückt wo 8 Stempelpunkte verzeichnet waren, an 4 muss man kleinere Spielereien erledigen und an 4 einfach nur Stempeln. Ins Ziel darf man nur mit allen Stempeln. Wie man zu den Stationen kommt ist einem selbst überlassen. Ausser Shutteln oder Busfahren ist alles erlaubt. Man munkelt die ersten würden Schotterpiste runterknallen weil das schneller als auf dem Trail ist .... ich konnte das nicht bestätigen zumindest hab ich keinen gesehen. Wäre auch ein wenig den Sinn des Events verfehlt, aber ausschliessen will ich es nicht. Wir legten uns also unseren Schlachtplan zurecht. 1. Über Bartigs Bödele rüber zur Gampe Thaya, dann Leiterberg Alm, schonmal gleich 4 Stempel mt einem Streich, dann wieder hoch, Gaislach Urweg bis Sonner und Urweg runter wären wieder zwei und zum Schluss per Muskelkraft zur Stallwiesenalm im Gegenhang die letzten beiden Stempel abholen. Also warteten wir auf den Start.

Team rasende Eifelschnitzel
Die Meute war schon oben
Kurz vorm Start
Um 10:30 Uhr war es dann endlich so weit, die knapp 300 Biker starke Meute setzte sich in Bewegung. Als allererstes musste man knapp 800hm auf der Schotterpiste vom Gaislachkogel hinunter zur Mittelstation vernichten. Das war gar nicht mal so einfach. Regenrinnen, loses Geröll, dicke fette Steine machten uns das Leben schwer. Zu schwer für manchen, hinter mir neben mir aber Gott sei dank nicht vor mir schlugen Biker ein. Aber nix wildes passiert wie man im nachhinein erfuhr. Ich suchte mir meine Spur und rutschte hinab, Andre tat selbiges wir hatten immer Sichtkontakt, was auch wichtig ist da man das Event nur im Team bezwingen darf. Abgerauchte Bremsbeläge, geplatzte Schläuche und sonstige defekte liessen die Teilnehmerliste schrumpfen.

Volle brause hinab am Gaislachkogel
Auf der Gletscherstrasse auch mehr betrieb als sonst ;)
Ab der Mittelstation verfolgten wir sogleich unsern Plan. Gleich links rüber über Bartig's Bödele und Rettenbachalm die Gampe Thaya eintüten, über Schotterpiste wieder 200hm hoch und dann rüber zur Leiterberg Alm. Bartigs Bödele ein bekanntes Gesicht welchen Reifen am flicken waren. Irgendwo haste den schonmal gesehen ..... na klar das war Tobias und sein Teamkollege vom MTB-News Team. Über den Rettenbachtrail, wo wir den ersten Stempel einkassierten, schossen wir den Trail zur Gampe Thaya hinunter. Doch was war das da kamen einem Horden von tragenden Bikern entgegen. Ganz schlaue hatte in etwa den gleichen Plan nur das sie den Trail einfach wieder hoch trugen. Brandgefährlich war das ! Zumal es noch einen zweiten gleich langen Trail wieder hoch gab. Aber was will man machen auch hier gibt's die die mit dem Messer zwischen den Zähnen um Sekunden feilschen damit sie später vielleicht statt Platz 86 auf Platz 85 landen !

Team Eifelschnitzel an der Gampe Thaya ... Nedderschemer gibt alles !
An der Gampe Thaya war Teamkollege Andre dran .... Minibike fahren. Gute Haltungsnoten nur im Abgang etwas herb auf's Kreuz gelegt. Viel gelacht und weiter. Über Schotterpiste noch paar Meter runter und dann auf Teer hoch nach Hochsölden. Dort in den Leiterbergtrail hinein. Einfach genial das Teil. An der Leiterberg Alm war ich dann dran. Sackhüpfen in einer Laufradtasche ... meine Herren ... ich hatte Puls 200 danach ! Egal eine Gaudi war's ! Weiter runter den Trail verfolgen. Unterwegs paar Biker eingesammelt die das noch nicht kannten und sich sonst verfahren hätten. Der Fairnesspokal wäre uns zumindest nicht mehr zu nehmen ;) Unterwegs wieder abgestempelt, Stempel No. 4 eingetütet. Unten angekommen nach Sölden ausgerollt. Auch hier merkte man die Jagd nach den Sekunden ... dicken Trittes rasten die Biker zurück zur Gondel.

Hubi beim Sackhüpfen
Oben angekommen ging's in die zweite Abfahrt, Stempel 5 und 6 sollten folgen. Über den Urweg rüber zur Gaislachalm und von dort aus über den Löples Trail rüber zur Sonneckalm.Von der Gaislachalm musste kurz geschoben werden dann ging's ratz fatz zum Sonneck. Dort ich nochmal an der Reihe. Andre musste mich mit verbundenen Augen um einen Slalomparcour dirigieren. Wie wir später erfuhren durften die ersten wohl noch an den Schultern dirigieren da dies wohl zu schnell und zu einfach war durften wir nur noch dirigieren. Soviel zu "gleiches recht für alle " Uns egal, wir waren zum Spass hie und den netten Mädels kann man nicht böse sein ;). Zurück zur Gaislachalm. Wir nahmen den Trail, einfacher wäre die Skipiste gewesen aber wo bleibt den da der Spass ! Den Urweg weiter runter geschrabbelt. Im Steilstück der Stempler .... Anker werfen. Meine Herren hat die Bremse gestunken. Wupp ... fast wieder unten. Fast. Einmal könnten wir jetzt links über Asphalt ganz schnell runter fahren oder rechts via Teäre Line Trail .....was tun ??? Die Entscheidung war ganz klar und schnell gefallen: Trail !!! Wir sind schließlich zum Spass hier !

Und wieder hinauf
"Blindenstation" am Sonneck.
Auf zum letzten Gefecht ! Und was für eins. Bis zur Stallwiesen Alm lagen 600hm am Stück vor uns. Vor 5-6Wochen hätte ich mich darüber noch kaputt gelacht und wär's einfach hochgestampft. Div. Magenkrankheiten und Krankenhausaufenthalte später war meine Kondition vergleichbar mit der eines Faultiers ! Noch nie hab ich mir so viel Sorgen um 600hm gemacht, Egal ich wollte es schaffen. Die ersten 300hm gingen  dann auch ganz gut, zwar im Rentnerblatt aber es ging. Höhenmeter 300-400 nahm ich dann mal per Fussbetrieb wie so viele andere auch bereits. 400-500 ging wieder per pedalbetrieb 500-580 wieder zu Fuss und die letzten 20hm schrubbte ich wieder auf dem Rad hoch. Immer mal wieder an der Flasche genuckelt so schraubte ich mich zwar sehr langsam nach oben aber ich hatte es geschafft. Dabei zeigte sich unser Teamspirit. Andre blieb stets an meiner Seite und wartet geduldig an den Kehren auf mich. Irgendwann ist jeder mal der letzte nicht wahr ? Heute war ich es. Egal oben. Also ran an die Spielerei. Mit einem Leatherman sollte eine Schraube in ein Hartholz gedreht werden. Super wenn man die lange Schraube bekommt und einen von Heimwerkerkings runtergenudelten Kreutzschlitz vorfindet. Egal ich würgte das Teil ins Holz. Andre eben so, den der Trick war das beide hier oben ankommen mussten um den Stempel zu bekommen. Clever gemacht !

Hubi kämpft im Anstieg

Nach den Strapazen am Aufstieg gönnten wir uns eine Trinkpause auf der Alm. Ich schob 1 L Johannisbeerschorle rein, Andre 1L Radler ... Tank voll ... weiter geht's ! Ein letzter Trail, ein letzter Stempel. Ein ruppiger seiner Zunft war der Stallwiesentrail. "Flowig" stand im Trailguide. Wir würden sagen 50% Flow, 50% Holter die Polter ! Egal, bergab standen wir noch im Saft und es ging einiges. Dann ein Abzweig. Auf der Karte nicht zu erkennen. 50/50 Joker für den Stempel. Doch halt ! Da unten stehen welche ! Fieses Dingen ... da könnte man glatt an der Stempelstation vorbei fahren. Also rein den Stempel und ab dafür ... Zieleinlauf. Holger Meyer himself erwartet uns bereits. Am Ende hats für Platz 70 gereicht, in Anbetracht dessen das ich uns als "Sportinvalide" viel zeit am Berg beschert habe geht das vollkommen in Ordnung. Und erst recht weil wir viel Spass auf den Trails und an den Hütten hatten.

Erwähnenswert finde ich noch den allgemein superfreundlichen Umgang unter uns Bikern, das kennt man von Marathons anders. Auch den Wanderern gegenüber wurde hier immer respektvoll umgegangen. Und ausserdem: wer mal das letzte was der Bikemarkt so Bike -und Bekleidungsmäßig zu bieten hat sehen will, der muss nicht zur Eurobike sondern kann das auch hier bei der Schnitzeljagd. Man was stylische Leute mit übelsten Prügeln ... Geilomat !


Der letzte Stempel
Abends gab's dann noch Schnitzelparade im Marco's einem Szenetreff in Sölden. Danach noch Siegerehrung und Tombola wo wirklich viele Preise verlost wurden. Wir gingen leider leer aus, egal, Schnitzel hat geschmeckt ! Ach ja noch was: selten so viele Bärte mit Kappen gesehen .... warum müssen die alle gleich aussehen nur weil sie alle dem Enduro Hype hinterher rennen ? ;) Alles in allem aber ein super Tag auf dem Bike, Wetter super, Trails super, Schnitzel super !

Rasende Eifelschnitzel im Ziel
Bei uns gab's statt ner Sektdusche halt Gardenadusche





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen