23.05.2010

Eifelcross 2010 - Nettersheim bis Trier

Schon lange reifte in einem Mountainbike versuchten Hirn die Idee einer Eifeldurchquerung mit dem Bike heren. Sicherlich kein sonderlich großes Abenteuer und wahrscheinlich auch schon hundertfach von Bikern durchgeführt wollte auch ich einmal einen Eifelcross unter die Stollen nehmen. Rap Zap eine Mail an die Bikekumpanen rausgehauen und mal abgescheckt ob es gleichgesinnte gibt. Die Resonanz war gut und so fanden sich mit Georg, Carsten und Torsten drei weitere Mitfahrer ein. Ein Wetterbericht fürs Pfingstwochenende wie man ihn normal nur von Mallorca kennt und eine vielversprechende Strecke steigerte die Vorfreude ins unemessliche. Unterkünfte waren gebucht, Rucksäcke gepackt, Zugtickets gelöst also konnts losgehen


Tag 1  -  Nettersheim-Daun  -  73km/1200hm
Der Trupp der wagemutigen Eifeldurchquerer nahm zunächst kurz den Zug in Anspruch, da uns etwas mehr als 90km  für den ersten Tag etwas viel erschienen zumal Georg's gesundheit ein wenig angeschlagen war. In Nettersheim wurde dann das obligatorische Gruppenfoto gemacht und schon steuerte der Trupp zielstrebig die ersten Trails an. Den ersten wurzelbespickten Kamerad kannten die meisten noch aus der Vatertagstour, es folgten weitere feine Singletrails beim Bahnhof in Blankenheim-Wald.  Über den Schillertsberg und den Brotpfad bahnten wir unseren Weg in Lampertasbachtal. Auf der 21% Rampe zur Brotpfadhütte merkte Georg dann des er wohl doh noch nicht so Fit war wie gedacht. Er biß sich erstmal durch !

 

Vor dem Lamperstbachtal machten wir zunächst in der Gaststätte Breuer ein Päuschen und kredenzten uns eine schönes Stück Kuchen. Danach gings dann über einen mit "Kokele" bespickten Trail  und einer Wiesenpassage hinüber zum Kalvarienberg. Beim Anstieg auf den Gipfel wurde Georg dann immer kurzatmiger. Weiterfahren machte für Ihn hier keinen Sinn, hatten wir doch bisher gerade erst die Häfte der Etappe geschafft. Da es auch  im weiteren Verlauf keine weitere sinnvolle Möglichkeit gab sich auszuklinken entschied er sich für die Heimreise. und brach die Tour ab. Jünkerath war ganz in der Nähe so konnte er von dort aus mit dem Zug wieder die Heimreise antretet. Schade, das warf erstmal ein wenig faden beigeschmack auf die Tour, es sollte sich aber später herausstellen das er die richtige Wahl getroffen hatte. Gute Besserung an dieser Stelle nochmal, Georg !


Zu dritt gings durch das herrliche Lampertsbachtal und Mirbach. Die haben eine ganz schön opulente Kirche für so ein kleines Dorf. Wir folgten weiter der Uschi welche mir wieder souverän den Weg vom Vorbau aus anzeigte. Kurz vor den Nohner Wasserfällen hatte Carsten dann bei einer großen Grillhütte einen Plattfuss. Den hatten wir schnell geflickt und weiter gings. Der Weg vorbei an den Wasserfällen war dann eigentlich nicht befahrbar. Wolte man über den schmalen Holzsteg vorbei am Wasserfall musste man unter diesem durch, was zu folge hätte das man binnen Sekunden klatschnass wäre. Der Wasserfall wächst Jahr für Jahr ein Stück nach vorne und mittlerweile prasselt die Wasserfontäne volles Rohr auf den Weg der dort vorbei ging. Also entschieden wir uns ein kleines Stück zurück zu fahren und dann hinter dem Wasserfall wieder einzusteigen.


Dahinter brachte uns ein weiterer Trail und ein Stück Radweg nach Niederehe. Bevor wir hier auf den Trail auf der alten Bahntrasse fuhren musste noch kurz ein Plattfuss am Hinterrad von Torstens Carbonrenner geflickt werden. Auch das war recht zügig erledigt. Ab Niederehe schlugen wir den direktesten Weg nach Daun ein. Auf dem Weg nach Stroheich bezwungen wir eine fiese Psycho-Steigung. Am Rand eines Feldes verlief eine derart holprige Steigung die so richtig schön mürbe machte. Oben lag dann erstmal maximaler Puls an. Nach einer kurzen Verschnaufpause gings dann zügiger weiter. Bei Dockweiler sahen wir dann staunend ein paar startenden Paraglidern zu, ganz nett sich die mal so aus der Nähe ansehen zu können. Dahinter ging's dann durch ein schönes Tal  entlang des Hasbachs. Hier konnte man auf schönen Forstwegen richtig Strecke machen. Als wir die Baustelle der Autobahnbrücke Rengen sahen, wars nicht mehr weit bis Daun. Dort war im Park einiges gebacken, wir schlängelten uns vorbei an den Menschenmassen. Das Weizenbier zeichnete sich schon deutlich im Kopf ab und so strampelten wir die letzten Meter bis zur Pension locker ab. Wir liessen den Tag dann bei einem Bierchen und leckerem Essen ausklingen. Das Hotel Müller in Daun kann man bedenkenlos weiterempfehlen. Schöne Zimmer, leckeres Abendessen und ebenso leckeres und ausreichend großes Frühstücksbuffet.

Erkentnis des Tages: "Manchmal ist es klüger umzukehren als sich durchzuboxen, der Körper wirds danken !"
Spruch des Tages: "Ich hab Platt !"
Tag 2:  -  Daun-Bernkastel  -  62km/1500hm
Der Morgen in Daun empfng uns wieder mit herrlichem Sonnenschein. Nach ausgiebeigem Frühstück und einem kurzen Bikechek schwangen wir uns auf die Rösser und los gings. Wir folgten dem Erft-Lieser-Wanderweg. Vorbei am Gemündener Maar funkelte uns die Sonne gespiegelt im Wasser an. Dahinter eine este knifflige Stelle. Über einen kurzen, wurzeligen und steilen Stich gings über eine kleine Holzbrücke. Nicht ganz ohne aber machbar. Weiter folgten wir dem Pfad fortwährend in Richtung Manderscheid. Immer wieder schmäler und breiter. Zwischendrin machten wir einen eher unfreiwilligen Abstecher zur Ruine Geissenburg. Der Guide hatte sich mehr von den anfeuernden Rufen der Wanderschaar leiten lassen als von der Uschi. Naja, so haben wir wenigstens gesehn das von der Geissenburg quasi nix mehr übrig geblieben ist.. Der Pfad wurde langsam schmäler und die ersten Holzverbauten kündigten die Nähe zu Manderscheid an. Rund um den Ort dominierte dann immer wieder der Blick auf die Burgen. Immer wieder fazinierend, man kann sich fast in die Zeit von damals zurückversetzen
Hinter Manderscheid wurds dann etwas derb. Ein Trail führte hinunter zum Burgweiher an dessen anderem Ende wir eigentlich wieder hinauf wollten. Eine Gruppe von Kindern und deren Begleiter kündigten schon an was da kommen sollte:" ... da geht's nicht weiter !". Jaja redet ihr, uns kann so schnell nichts aufhalten. Aber ein paar Meter weiter offenbarte sich das Übel. Etliche Bäume waren auf den Pfad gekippt. Eine kleine Gruppe wanderer versuchte sich gerade die Bäume im Hang zu umgehen. Da haben wir nicht lang rumgezukkelt und die Bikes geschultert, auf ging's in den Steilhang. Und der war mal richtig fies ! Mit über 40% Steigung turnten wir mit den Bikes auf der Schulter über Bäume und Felsen und dies zur Verwunderung der Wanderer genauso schnell wie diese. "Das war survival, das war 100% am Limit, das macht mich an !" tönte es als wir die Bikes im Bikerdreikampf gestossen, geschoben und getragen hatte. Das nächste was ich hörte war dann "F..k you Bäume !". Jenau dacht ich mir, so schnell kriegt man uns nicht klein
Nach kurzer Regeneration schwungen wir uns dann wieder auf die Bikes. Aber flüssiges Fahren war im weiteren Verlauf des Pfades nicht möglich. Immer wieder wurde die Passagen doch recht schwer zu fahren und auch sehr ausgesetzt am Hang. Schieben war hier und da angebracht und auch vernünftig. Fahrfehler enden hier schnell mit einem mehrere Meter tiefen sturz ins Nichts ! Aber es gab auch schön zu fahrende Abschnitte. Immer wieder jedoch unterbrochen von fiesen kleinen Rampen mit Wurzeln durchsetzt und so gut wie unfahrbar. Und wenn doch dann sehr kräftezehrend. An der Schladter Brücke wurde kurz beratschlagt ob man weiter de Trailorgie nimmt oder ein paar Meter Landstrasse nimmt. Das Hinweisschild verhies einige wenige Kilometer zur Pleiner Mühle also wurde diese erstmal angesteuert. Eine gute Entscheideung. Der Trail war wieder ein echtes Leckerchen und konnte wunderbar flowig bis zur Mühle durchgezogen werden.  Die herrlich gelegene Mühle nutzen wir dann auch zum Verschnaufen. Nach literweise Kaltgetränke und dem obligatorischen Kuchen nahmen wir Strasse und Radweg bis Wittlich
 
Hatten wir auf dem Lieserpfad nicht wirklich Meter gemacht so konnten wir das jetzt ein wenig kompensieren. In Wittlich besorgte ich dann erstmal einen Satz Batterien, hatte die Uschi doch schon einmal nach Energie geschrien. Weiter gings dann über Rad-, Feld-, und Waldwege immer gen Mosel. Hinter Wittlich meisterte Carsten dann seine erste Treppenabfahrt, reschpekt ! Wir erreichten dann den Ort Platten. Der Name war uns nicht ganz geheuer und so machten wir uns an einen zähen 250hm Anstieg auf den Meisberg. Ganz schön hart nochmal bei den Temperaturen und nach der Orgelei an der Lieser son kleinen Berg hochzutreten. Aber auch das meisterten wir und bucksierten unsere Bikes zur Pension in Bernkastel. Diese Lag oberhalb im Kurbezirk. Ich hatte das Gefühl das wir den Altersdurchschnitt rapide senkten. Naja egal, die Pension sah recht ansprechend aus, dafür war es der Besitzer wohl eher nicht. Wir wurden recht forsch und schnippisch empfangen nachdem wir offeriert hatten das wir einen Teilnehmer weniger haben und eventuell doch ein Einzelzimmer haben könnten. Gleiches zenober bei der Frage nach der Abstellmöglichkeit für die Bikes. Zimmer und Frühstück waren aber ok, den Abend verbrachten wir in der Pizzeria um die Ecke. Es gab lecke Bruscetta und Pizza, dazu die obligatorischen Hopfenblütenkaltschalen. Abends hab ich mir dann noch 70min Chamionsleague reingezogen, mehr ging nicht mehr, die Rolladen gingen runter !
Erkenntnis des Tages: "Da wo Steig drauf steht ist auch manchmal Steig drin !"
Spruch des Tages: "F..k you Bäume !"

Tag 3  -  Bernkastel-Trier  -  70km/1500hm
Bernkastel, halb neun, die Sonne brennt ! Schnuckelige 24°C zeigte das Thermometer morgens schon. "Da werden wir ganz schön gegrillt heute !" dacht ich mir. Nach dem Frühstück und dem Bikecheck ging's auf zur letzten Etappe. Der Plan hies Mosel-Höhenweg bis Trier. Also braten wir erstmal den Weinberg bis Lieser hinunter. Dahinter dämmelten wir die erste zähe Steigung hinauf. Das ging recht gut, den es ging vorwiegend auf Asphalt daher. Auf der Höhe zeigte sich die Mosel immer wieder mit phantastischen Paorama. Mir als alter Panorama-Freak ging das Herz auf bei so viel Weitsicht. In Monzel pilgerten die Senioren schwarenweise zur Kirche. Nach ein wenig Renterslalom verliessen wir den Ort und buchsierten uns wieder hinauf auf den nächsten Höhenzug. Carstens Pedal kündigte ein loses Cleat mit knarzenden Geräuschen an. An einem schattigen Plätzchen behoben wir das sofort und weiter ging's. Nun gabs auch mal schöne Aussicht in die der Mosel abgewandten Eifel. Landschaftlich einfach herrlich der Höhenweg. Bisher jedoch eher Trekking als Mountainbike tauglich. Egal, der Weg ist das Ziel und so fanden wir doch noch einen Trail  zwischen Piesport und Neumagen-Dhron. Hier zweigte auch der Römersteig ins Moseltal hinunter ab. Den liessen wir bewusst links liegen. Zum einen lies die Beschreibung aus dem Internet mehr kletterei als fahrerei erwarten und zum andern mussten wir uns nochmal zusätzllich einen Weinberg mehr hochkämpfen und wir hatten ja schon so genug für diese Temperaturen auf dem Programmzettel.  Dann latzten wir wieder in den nächsten Taleinschnitt hinunter nach Klüsserath.


Hinter Klüsserath nahmen wir den nächsten Anstieg. Ein Kreuzweg führte wieder auf den Höhenweg. "Quattro Statione wär mir jetzt lieber als 12 Sationenweg !", dachte ich so bei mir. Leider äußerte ich das unter dem  Gelächter der Mitfahrer auch noch laut. Dann wurds nochmal fies. Eine kurze aber heftige Rampe von 31% schlängelte sich hinauf gekreuzt von den warmen Aufwinden aus dem Moseltal wurden wir nun richtig durchgegart.  Diese hart erkämpften Höhenmeter wurde viel zu schnell wieder auf dem Weg nach Ensch vernichtet. Hier hatte Torstens Kette das Verlangen sich zwischen Umwerfer und Kettenblatt zu verklemmen. Beherztes Ziehen an der Kurbel behob auch dieses Problem sofort. Nach ein paar Kaltschalen in Ensch kurbelten wir den nächsten Anstieg hinauf. Auf dem Moselhöhenweg hat man, dadurch das man die Abfahrten so schnell runterbraten kann, tendenziell das Gefühl das man mehr bergauf wie bergab fährt. Manchmal bekommt man halt nichts geschenkt. Bei der Grillhütte oberhalb von Schleich gings über eine kleine Brücke einen nicht fahrbaren Stich hinauf, der auf einer breiten Forstautobahn mündete. Diese war recht lustig angelegt, hatten die Planierraupen so etwas Ähnliches wie Anlieger geschaffen. Man konnte die Kurven schön mit Speed nehmen, hätt nicht gedacht das man mal auf ner Forstautobahn Spass haben kann


Über Mehring fröhnten wir nochmal kurz dem herrlichen Panorama und dann gings vorbei an einer netten Winzerhütte und nem Anglerteich. Und wieder gings hinauf. Auf den Hummelsberg. Auch diese Steigung recht zäh  und oben mit gerölligen Wegen. Oben wurds dann aber doch noch schön. Schmale Pfade führten zunächst durch den Wald und über Wiesen, fast ein wenig wie in den Alpen.  Auf dem Weg nahmen wir dann noch einen weiteren recht flowigen Trail mit und vernichteten wieder die Höhenmeter bis Schweich. Hier zeigte sich wiedermal wie schnell Glück und Pech beieinander liegen können. Auf der mörder schnellen Abfahrt war ich über einen Gegenstand gerollt von dem ich dachte das er vom Bike runtergefallen wär. Also bremste ich ein wenig ab und drehte mich kurz nach hinten. "War nix von uns." sagte Torsten. Also wieder Blick nach vorne und in die Rechtskurve. In der kam uns ne Gruppe Radeltouris entgegen wovon sich dann einer im Querdrift befand und wir schliderten aneinander vorbei. Dem Kamerad war zwar zum lachen zumute aber ich möchte nicht wissen wie's ausgegangen wäre wenn ich nicht durch einen Zufall vorher das Tempo gedrosselt hätte. Also dreimal auf den Holzkopf geklopft und weiter im Text. In Schweich gings vorbei am Freibad und der Sansibar. Diese vesuchten uns zu bezirzen wie die Lorelei  die Rheinschifffahrer

 

Wir blieben jedoch standhaft und machten auf dem Radweg in Richtung Issel nen Zug auf. Ein wenig  Slalom später gings wieder hinauf in den Wald. Schmale und auch steile Pafde führten nach Quint. Dort nahmen wir eine glitschige schmale Natursteinpflasterabfahrt hinunter in den Ort. In Erhang gönnten wir uns nochmal ein lecker Eis und was zu trinken bevor wir zum Finalen Anstieg ansetzten. Dieser sollte den Steigenberg hinauf gehen. Sollte ! Eigentlich hätten wir skeptisch werden sollen als uns die älteren Damen sagten das dort oben einiges an Holz auf dem Weg liegt. Aber wir wolltens dann doch versuchen. Dabei bliebs dann auch. Kurz vor Erreichen des höchsten Punktes lagen derart viele Bäume quer das drüberturnen quasi unmöglich war. Auch Ausweichen auf den Hang hätte nichts gebracht, hier lagen genausoviele Bäume rum. Und eigentlich hatten wir auch nach der Erfahrung an der Lieser gar keine Lust mehr auf Klettern. Also entschieden wir uns für das gemütlichere Finale. Wir nahmen von Erhang aus den Radweg bis Trier. Dort machten wir dann nochmal nen Zug auf und schrubbten die letzten Kilometer mit nem 35er Schnitt ab. In Trier steuerten wir die Porta Nigra für das obligatorische Finisher-Foto an. Danach buchsierten wir uns und unsere Bikes abgekämpft aber glücklich in den Zug und reisten mit der Bummelbahn gen Heimat ab


Erkentnis des Tages: "Moselhöhenweg verläuft nicht nur auf der Höhe !"
Spruch des Tages: "Quattro statione wär mir jetzt lieber als 12 Statinenweg !"



Fazit der Tour: Das Wetter war schonmal auf unserer Seite, somit war schonmal der Grundstein für eine gute Tour gelegt. Die Strecke war nichts für ungeübte Biker, hier man muss sich schon ganz schön quälen ! Es war alles dabei was das Bikerherz braucht. Singletrails, Forstautobahnen, Panoramawege und auch Schiebepassagen. Hinzu kam das Verpflegung und Unterkunft auch alles in allem echt Klasse waren. Bikerherz was wilst du mehr ?

 

 

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