24.04.2017

Die dicken Dinger mal getestet ... Eisbrecher 2017

Was gibt es nicht mittlerweile für Standards und Größen im Mountainbike Bereich ? Wer sich nicht intensiv mit der Materie beschäftigt verliert schnell den Anschluss. Zig verschiedene Achsmasse, Laufradgrößen, Steuersatzmaße, Tretlagerversionen, 1 fach 2 fach, 10fach, 11fach, 12fach ...direct mount...boost...setback... wer nicht Technikaffin ist der verliert hier schnell die Lust. Ich persönlich schaue mir neue Sachen an und bewerte dann für mich selbst sinnvoll oder nicht. Bei den meisten Dingen konnte ich bisher relativ schnell einen Haken dran setzen. Unter "braucht man nicht". Eine Sache jedoch die fand ich zumindest mal würdig einem Test zu unterziehen. Und zwar das neue Laufrad-Zwischenmass "B+" oder auch "650B+" oder "midfat". Wa ? Mittelfett ? Mir sin hier doch ned bei Biggest Looser !
So sieht dem Gerät aus
Nnnja. B+ bezeichnet im Prinzip die Lücke zwischen Fatbike und "normal" dicken Reifen bei einem 27.5er Umfang. Heisst im Prinzip fährt man etwas breitere 27.5er Laufräder mit 2.6er bis 3.0er Reifen. Das soll ein guter Kompromiss aus Grip, Dämpfung und Rollwiederstand sein. Im Prinzip eine "Erierlegendewollmilchsau" unter den Reifenmaßen. Das hat dann doch irgendwann mal mein Interesser geweckt und letztendlich auch dazu geführt das ich das mal testen wollte. Gestern Morgen war's dann so weit. Da stand es nun vor mir das B+ Bike. Ein Brummer von Hardtail. Ein Lapierre Edge 327+. Freundlicherweise vom Fahrradshop Nettersheim für eine Proberunde zur Verfügung gestellt.
Da fühlt es sich pudelwohl das dicke Ding !
So konnte ich dann zwei fliegen mit einer Klappe schlagen. a) den Test eines B+ Bikes und b) die alljährliche "Eisbrecher Tour" von eifel:onbike abfahren. Denn das fand auch gestern statt. Ich startete mit den dicken Pellen schon um halb Neun und kontrollierte gleichzeitig nochmal die Strecke für die Kumpels von eifel:onbike. Sportlich gedrungen steht es da das Edge. Es war zwar nur ein 50er Rahmen verfügbar, der konnte jedoch mit kleineren Anpassungen einigermassen passend für meine "eifler Bauform" hergerichtet werden. 
Auf jeden Fall auch was für die Eisdiele son fetter Schlappen !
So ging's dann auch endlich los. Was ich relativ schnell merkte das die dicken Reifen relativ schnell auf hartem Untergrund anfangen zu wippen. Hinten 1.0 und vorne 0.8 so war ich losgefahren. Das wippen elimnierte sich später mit 1.4 hinten und 1.2 vorne. Bin ja auch nicht gerade ein Leichtgewicht. Erster Anstieg auf Schotter .... muss man schon subjektiv bisschen mehr drücken. Klar das die 2.8er Nobby Bereifung nicht rollt wie die 2.25er an meinem 29er sollte einem schon bewusst sein. Dann der erste trail. Recht flowig wenig wurzeln, Waldboden. Herrlich ! Hier gibt's nur ein Statement: "SATT!" liegt das Teil mit den Reifen. Weiter im munteren auf und ab. Dann der erste ernstzunehmende Wurzeltrail. Auch hier glänzt das Teil mit sattem Grip. Leicht schräg über feuchte Wurzeln ... alles egal. Dübelt dem gerät alles gnadenlos weg. Wahnsinn wie man es mit dem Hardtail laufen lassen kann. Selbst mit dem Nobby der eigentlich keine Feuchträume mag, stellt sich schnell ein sicheres Fahrgefühl über Wurzeln ein. Kein rutschen kein gar nix ! Darauf folgte anscheinend eine "Pradaedisziplin" der B+ Pellen. Schnelle Schotterpiste bergab mit vielen weiten Kurven. Hammer ! Hier kann man die Kuh fliegen lassen. Wahnsinns Grip in den Kurven.
Ansonsten sportlich das Gerät !
So tingelte ich dann daher. Hinauf und hinunter. Übrigens mal wieder eine Top Strecke von eifel:onbike für das Event ausgewählt. Nicht zuletzt weil ich so das Ballermännchen ausgiebig in verschiedensten Situationen testen konnte. Andere Veranstalter machen für weniger Trails deutlich mehr Wind ;)
 
Was nach und nach auffällt ist das dem Bike wein wenig die Verspieltheit fehlt. Die dicken Dinger gehen schon um die Ecke verlangen aber deutlich mehr Lenkkraft. Wenns ganz eng wird z.B. in Serpentinen wird's dann auch schwieriger. Im Prinzip ein teil zum gnadenlosen gerade runterballern. Wahnsinn auch was hier die "nur" 120mm wegschlucken. Klar hintern wird's auf Wurzeln auch unruhig, ist halt immer noch ein Hardtail, dafür aber kann man's schon sehr gut laufen lassen. Nach knapp 45km und 800hm war der Drops dann auch gelutscht und ich auch. Subjektiv kam ich mir langsam vor wodurch der Pedaldruck konstant etwas höher als gewohnt ausfiel. Ein Blick auf die Statistik offenbarte aber das ich gar nicht sooo langsam unterwegs war. Also rollt's doch einigermassen.
Spass hatte dem Hubi keine Frage
Fazit: gerade runter, schnell langsam, auf Wurzeln, Schotter oder ganz normalem Waldboden oder Feldwegen geht sau gut. Wenns eng und verwinkelt wird wird's schnell ein wenig störrisch. Würd mal sagen Trailmässig liegt dem Teil eher das bergische Land als die Ahr ;) Bergauf geht auch, zwar gemächlicher als mit nem 29er aber man kommt aber an. Mich persönlich jedoch konnte das Gesamtpaket letztendlich nicht vollends überzeugen. Wie Vattern schon sagte "Wer alles kann, kann nichts wirklich gut" ... aber es macht auch nichts wirklich schlecht von daher schon ok, aber ich maglieber kompromissfreie Lösungen. Wenn ich mich auf mein Fully setze dann weiss ich es geht langsam rauf und schneller runter. Wenn ich mich auf mein 29er CC Bike setze weiss ich es geht besser rauf als runter. Beim B+ hängt man immer irgendwo dazwischen. Dazu ist mir das Laufradmaß zumindest beim getesteten Bike zu störrisch. Da ich gerne und viel Serpentinen fetze wäre es mir vom Handling her etwas zu träge. Aber hey .. jeder wie er mag und will es gibt genug leute die stehen drauf ! Spass hat's in jedem fall gemacht, außerdem wieder den Horizonte etwas erweitert.

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