07.03.2011

Die Karnevalsflucht 2011

Es ist schon einige Jahre, ja fast Jarzehnte her. Es war wiedermal ein kalter Februartag und es war Karneval ! Ich befand mich im Kindergartenalter und es stand die hippe Kindergarten-Karnevalsparty an. Einzigstes Poblem: ich sollte ein Zwergenkostüm anziehen und das wollte ich partou nicht tun. Also wurde ich unter eine rote Zwergenmütze, ein grünes Zwergen-Regencape und in eine rote Zwergen-Strumpfhose gequetscht und zum Karneval gezwungen. Das hatte dann zur Folge das ich seither unter einer schweren "Karnevalsphobie" leide. Wenn ich kostümierte Leute sehe kreist in meinem Kopf nur eine Frage:"Alles Takko oder was ?" Karnevalslieder rufen Brechreiz hervor und besoffene Jecken die einem um den Hals fallen bewegen sich auf schmalem Grat zwischen Leben und Tod ! Und da in heimatlichen Gefilden auch deftig gefeiert wird bleibt uns Hubert nix anderes als die Flucht vor der Jecken-Invasion anzutreten. So stellte ich mir auch dieses Jahr wiedermal ein Alternativprogramm für das Wochenende zusammen. Für den Karnevalssonntag stellte ich mir ein schönes Ründchen an der oberen Ahr zusammen und für Rosenmontag aktivierte ich noch zwei Leidensgenossen um eine Runde am Kermeter zu drehen.

Die Sonntagsflucht
So packte ich dann Sonntagmorgen das Bike in den Kofferaum um dem Jecken-Jedöns zu entfliehen. Los gings dann ab Kreuzberg. Zunächst ein wenig hinauf Richtung Hengstberg um dann einen Trail zum Pützfelder Kapellchen abzusurfen. Das war schonmal fein ! Weiter durch Pützfeld den Auschsbachberg hinauf und ab der Sylvesterhütte einem Trail über den Mühlenberg gefolgt. Auch lecker ! In Ahrbrück dann wieder hinauf, diesmal etwas länger.Gute 300hm musste ich mich hinaufkurbeln um zur Teufelsley zu gelangen. Oben musst ich dann mal kurz durchschnaufen. "Alta Schwede, dat ös jo wie en de Alepe he !", dacht ich und nen Blick auf den Zeiger offerierte auch wieso: hatt ich doch auf den letzten 13km gute 650hm platt gemacht ! Das war echt schon fast Alpenniveau.  Naja mal sehn was da noch so kommt. Erstmal gings unspektakulär weiter. Durch die Wälder gings dann Trailfrei hinunter nach Dümpelfeld.

Von dort nahm ich bequemerweise mal den Radweg nach Insul um dort hinauf zur Freilichtbühne nach Schuld zu kurbeln. Von dort steuerte ich dann zielstrebig die feinen Trails hinunter nach Schuld an. Hm wirklich Klasse die Serpentinchen lassen sich allesamt wunderbar fahren. Danach wieder ein wenig hinauf und den nächsten Trail unter die Stollen genommen. Diese schmiegte sich an den Steilhang der Schulder Hardt. Also schön aufpassen, Sattel runter un "Jöh". Adrenalingeschwängert spuckte mich das Teil dann nach nem Kilometer wieder aus. Wow, Hammergerät ! Wirklich schön zu fahren. Dann ging's auf die andere Hangseite von Schuld. Unterhalb der Branderhardt wartete dann wieder ein Trail der Kategorie "Alpin". Der zwang mich dann schon hier und da aus dem Sattel da es einfach schweinesteil nach oben ging. Von der andern Seite müsste ders aber tun. Durch die Wochenendsiedlung gings dann auf den nächsten Trail. Der ging mal wieder direkt Himmelwärts. "Zweihundocht-Buls" dacht ich und schob ein wenig. Nach kurzer Rast auf einem Aussichtsreichen Bänkchen oberhalb Schuld nahm ich dann den Rest unter die Stollen. Und der entschädigte dann mal wieder mit feinem Trailgenuss.

So, nach der Kür stand nun wieder die Pflicht auf dem Programm. Es ging... na ? Röschtösch, hinauf nach Harscheid. Von dort einfach und ordinär hinunter ins Liersbachtal. Dort machte ich dann nochmal einen Abstecher zur Ruine Wensburg, ein paar Höhenmeter schaden ja nie. Die waren aber diesmal wirklich fürn A..... Das Teil heisst nicht umsonst Ruine, also solltet ihr mal dran gedacht haben sich die Ruine mal anzusehen, spart es euch. die Höhenmeter kann man sinvoller anlegen. So, aus dem Liersbachtal musst ich nun rüber ins Sahbachtal machen. Und das ging dann via nem zähen Aufstieg nach Plittersdorf. Durchs Sahrbachtal folgte ich dann dem altbekannten Pfädchen entlang des Bachs bis zurück nach Kreuzberg. Platt aber glücklich gings dann nach Haus. Der Blick auf den Tacho zeigte dann eine recht stramme Tour für Eifler Verhältnisse, auf gut 50km sind etwas mehr als 1500hm zusammen gekommen. Schön wars trotzdem !


Die Rosenmontagsflucht
"Weia han isch noch döcke Been", gingsmir durch den Kopp als ich Montag morgen aufstand. Nutzt aba nix weil ich für den Montag schon ne Tour mit Yogi ausgemacht hatte, der war heiß wie Frittenfett auf Trails Trails Trails. Sollte er bekommen. Gegen 10 Uhr stopfte ich dann auch das Bike in Yogi's Kofferraum und es ging nach Gemünd. Dort wollten wir locker beschwinglich etwas um den Kermeter surfen. Fing auch gleich mal mit nem lockeren 150hm Anstieg zur Kohlweghütte  an. Ab Wolfgarten folgten wir dann dem Höhenzug, recht spassige Pfädchen hier. Darauf folgte ein erster Leckerbissen hinunter zur Abtei Maria Wald. Dort sprang unterwegs ein grüner Gesell aus dem Gebüsch. Erst dacht ich der verpasst uns jetzt den Anschiss des Lebens. Wie sich aber schnell herausstellte war der Junge recht entspannt und in Punkto Naturschutz und Wegekonzept waren wir voll einer Meinung. Tja, heisst nicht umsonst "Wie me en de Bösch erinn röf, su schallt et och widde eruss !" Leider hatte auch er schon Bekanntschaft mit der Bikerkategorie "Ohne Gehirn" gemacht, nachdem wir dann noch ein wenig über andere Waldnutzer abgeledert haben fuhren wir von dannen.

Weiter gings hinunter immer Richtung Staubecken Heimbach. Auch hier schmissen wir uns das ein oder andere Schmankerl vors Vorderrad. In Heimbach drehten wir ein Ründchen ums Staubecken  vorbei am größten Nabendynamo der Welt. Dort machte ich Bekanntschaft mit dem fiesesten Maulwurfhügel der Welt. Nach allgemeinem Gelächter und ner Banane konnt's dann weiter gehen. Wir kletterten zunächst zur Staumauer hinauf, vorbei an einem gerodeten Hang wo das neu angelegeten Feriendorf "Eifeltor" entstehen soll. Hier sollen Appartementes, Villen, Restaurants und noch jede Menge mehr gebaut werden. Soviel zum Naturschutz im Nationalpark Eifel. Immer schön den Geldsack ausquetschen bis nöx mehr erusskütt ! Ejal, weiter ging's am Uferweg der Schwammenauel um dann kurze Zeit später einen fluffigen Anstieg hinauf zur Hirschley zu meistern. Unterwegs wurden dann die neuen Liegen in Form eines Buchenblattes getestet um dann später gut erholt die tolle Aussicht an der Hirschley zu geniessen.

Weiter gings Richtung Obersee über ein weiteren feinen Weg. Der war hinunter recht steil, so steil das Yogi die Kombination Abfahrt plus Kamera in der Hand nicht ganz ohne Kniefall hinbekam. So stands dann in der Erdwertung 1:1. Darauf folgte dann ein herrlicher Panorama-Weg immer am Hang entlang oberhalb des Obersees. "Poah is dat steil" tönte es wenig später als wir uns wieder auf dem Weg nach oben befanden. Das Teil zauberte einen recht senkrechten Zacken ins Höhenprofil. Zackig gings dann auch zum Kiosk auf der Urftstaumauer. Unterwegs noch jede Menge wandernes Volk begrüßt und umkurvt und dann gab's ne erfrischende Weizen-Cola-Dusche für den Hals. Der nächste Anstieg konnte also folgen. Der war dann zwar nicht wirklich steil aber lang und zääääh. Vorbei am Forsthaus Kermeter und Wolfgarten zauberte ich dann dem guten Yogi nochn feines Teil vors Bike. Geflasht von der letzten Abfahrt nahmen wir dann den letzten Anstieg in Angriff. Der war dann mal wieder einer von der Kategorie "fies". Aber auch den machten wir platt. Oben ein Affenkotelett vernichtet und dann gings in die Finale Abfahrt. Der Eulenweg spuckte uns dann in Gemünd wieder aus. Bis zum Auto wars nun ein Leichtes. So endete dann eine perfekte Biketour bei perfektem Bikewetter.
 
 

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